Engagement rettet heimische Orchidee an der Alb
Entlang der Alb wächst sie eher unscheinbar im Schatten und doch ist sie etwas Besonderes: die breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine), eine der häufigsten heimischen Orchideenarten. Doch auch ihre Bestände gehen zunehmend zurück. Umso erfreulicher ist ein aktuelles Beispiel gelungenen Naturschutzes in Karlsruhe.
Ausgangspunkt war das Engagement eines Bürgers: Matthias Fischer wandte sich mit einem konkreten Anliegen an das Gartenbauamt. Sein Ziel: Die sensiblen Standorte der Orchidee sollten im Frühjahr von Mulcharbeiten ausgespart werden, um die Pflanzen nicht zu gefährden.
Anregung aufgegriffen – Schutzmaßnahmen umgesetzt
Das Gartenbauamt griff die Anregung auf und setzte gemeinsam mit Matthias Fischer gezielte Schutzmaßnahmen um. Im Jahr 2025 wurden durch die Mitarbeiterinnen des Gartenbauamts an einem besonders gefährdeten Standort Pfosten gesetzt und ein Hinweisschild installiert. So konnten die Flächen klar gekennzeichnet und vor versehentlicher Pflege geschützt werden.
Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Diesen April meldete Herr Fischer zahlreiche junge Triebe am geschützten Standort. Ein deutliches Zeichen dafür, dass gezielte Maßnahmen auch bei vermeintlich häufigen Arten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt leisten können.
Erste Bürgermeisterin Lisbach lobt Engagement
„Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen engagierten Bürgerinnen und Bürgern und der Stadtverwaltung ist“, so die Erste Bürgermeisterin Bettina Lisbach. „Naturschutz profitiert davon, wenn fachkundige Hinweise aus der Bevölkerung aufgegriffen und gemeinsam Lösungen entwickelt werden.“
Matthias Fischer wird die Orchideenstandorte auch künftig im Blick behalten und sich weiterhin für deren Schutz einsetzen.
Breitblättrige Stendelwurz
Die breitblättrige Stendelwurz ist eine heimische Orchideenart, die vor allem in schattigen Lagen wächst und vergleichsweise geringe Standortansprüche hat. Trotz ihrer weiten Verbreitung sind ihre Bestände rückläufig, weshalb lokale Schutzmaßnahmen zunehmend an Bedeutung gewinnen.