Das Füttern von Wildtieren ist verboten
Aufnahme eines allgemeinen Wildtierfütterungsverbots in die Polizeiverordnung
Das Füttern von Wildtieren schadet dem Zusammenleben von Wildtieren und Menschen in der Stadt, der Natur und den Wildtieren selbst. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu Beschwerden aus der Bevölkerung über das Füttern von Wildtieren und die damit einhergehenden Konflikte.
Auch aus Sicht der Stadtverwaltung ist das Füttern von Wildtieren problematisch. In die Polizeiverordnung wurde nun ein allgemeines Wildtierfütterungsverbot aufgenommen. Dieses erstreckt sich auf alle Wildtiere im Bereich von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, auf öffentliche Anlagen und an öffentlichen Einrichtungen. Zuwiderhandlungen stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können mit einem Bußgeld geahndet werden.
Der Großteil der auftretenden Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren im Stadtgebiet Karlsruhe entstehen, weil Menschen die Tiere füttern. Dadurch gewöhnen sich die Tiere an das Futter und suchen gezielt die Nähe von Menschen.
Verschärft wird diese Problematik in den vergangenen Jahren durch die Zunahme sogenannter invasiver Tierarten im Stadtgebiet. Dabei handelt es sich um Wildtiere, die aus entfernten Regionen – meist durch Einwirken des Menschen – hierher gelangt sind und sich nun stark ausbreiten. Sie können einheimische Arten verdrängen und negativen Einfluss auf Lebensräume haben. Hierzu gehören insbesondere Nutria, Waschbär und Nilgans. Markante Beispiele sind die vergleichsweise hohe Nutriapopulation in der Günther-Klotz-Anlage und die ansteigende Waschbärenpopulation im westlichen Stadtgebiet.
Die Folge sind zum Beispiel Kot auf Wegen und Wiesen, Lärmbelästigung, Ausbreitung von Krankheiten, die Tiere auf Menschen übertragen können, Verschmutzung von Gewässern, sowie auch von Park- und Grünanlagen. Viele Bürgerinnen und Bürger fühlen sich hierdurch beeinträchtigt. Mit aufwändigen Maßnahmen arbeitet die Stadtverwaltung daran, diese negativen Auswirkungen einzudämmen. Aber auch Bürgerinnen und Bürger sind gefordert, ihren Beitrag zu leisten, indem sie Wildtiere im öffentlichen Raum nicht mehr füttern.
Das Wildtierfütterungsverbot ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer guten Nachbarschaft von Menschen und Wildtieren in Karlsruhe.
(Schild mit der Aufschrift “ Das Füttern von Wildtieren ist verboten“ © Stadt Karlsruhe, Monika Müller-Gmelin)